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Jahreslosung 2015


Nehmt einander an, wie Christus Euch angenommen hat zu Gottes Ehre. (Röm. 15,7)
 
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Predigt über die Jahreslosung 2015

Wo fühle ich mich wohl? –

Da, wo ich sein kann, wie ich bin.
Mich Menschen so annehmen!
Wo ich müde sein darf,
zu viel reden darf, nichts reden muss,
Wo ich mich entschuldigen kann!
So beantwortet es Renate Karnstein!

Wir sind in der Zeit nach Epiphanias …
Zumindest der Name weist noch auf Weihnachten!
Weit weg scheinen diese Tage schon wieder!
Wohl auch, weil so viel passiert ist, seitdem!
Die Ereignisse haben uns überrannt.
Eine Zeit des Wohlfühlens ist es nicht!
Man mag gar nicht mehr die Nachrichten aufdrehen!

In dieses Durcheinander - die Jahreslosung für 2015.
Nehmt einander an, wie Christus Euch angenommen hat, zu Gottes Lob,

Nehmt einander an...
Paulus richtet sich mit dieser Aufforderung
an die Christen in Rom.
Unterschiedliche Meinungen über
„den rechten Lebensstil“ führen dazu,
dass sie sich gegenseitig das Leben schwer machen.
In den Köpfen und Herzen haben sie schon geurteilt:
Wir die Starke, jene die Schwache.
Wir die Rechten, jene die Schlechten.

Keine Wohlfühlzeit, sondern Verhärtung
Uns sehr bekannt!

Da hinein:
Nehmt einander an, wie Christus Euch angenommen hat!

Eigentlich sagt der Satz ja nichts aus,
wenn man Jesus nicht kennt!
Aber in uns weckt der Vers eine Ahnung,
Bilder und Worte tauchen auf von ihm!

Und doch ist es noch einmal etwas anderes,
aufzuschlagen - nachzulesen!
Gemeinsame mit anderen …
Konfirmanden und Bibelkreis:

Vier Bereiche, die ich gefunden habe:
1.Zu aller erst, natürlich:
Dieser nimmt die Sündern an und isst mit Ihnen!

Er bricht auf, die ewige Rangordnung unter Menschen
Das Oben und Unten – auf!
Und das wissen meine Schüler und Konfirmanden,
und überhaupt alle!

Und ich glaube, es ist die Errungenschaft von Jesus,
die auch nie mehr zu löschen sein wird!

Jesus, der zu den Menschen geht,
Ohne Unterschied der Vorgeschichte.
Jeder ist gleich wertvoll vor Gott!

Und niemand ist zu weit weg von Gott!
Und viele finden zurück,
Viele Namenlose und Zachäus –
Finden zurück zu Gott!

2. Aber er spricht es den Menschen nicht nur zu,
Das Körperliche gehört genauso dazu
Er berührt die Menschen,
die niemand mehr anfassen will:
Den Aussätzigen, wie den Bettler,
den Blinden, wie die Sünderin.
Kein Gebot kann ihn daran hindern,
Menschen in die Arme zu nehmen.

Und er lässt diese Liebe auch an sich geschehen,
genießt Zuwendung …
Denn die Liebe zu den Menschen gilt:
Auch einem selbst!
Liebe Deinen Nächsten und Dich selbst auch!

Und so führt ihn dieser Weg der Liebe zu einem noch nie da gewesenen Versuch das Böse zu überwinden:
Liebt Eure Feinde, tut wohl denen, die Euch hassen.
Segnet, die Euch verfluchen,
bittet bei Gott für die, die Euch beleidigen.
Sein Weg - uns immer Vorbild und Mahnung!

3. Aber uns sind beim Bibellesen noch andere Seiten begegnet,
von diesem Mann aus Nazareth!
Vielleicht nicht so ganz vorherrschend!
Als er ins Ausland geht,
begegnet er der bittenden Syrophönizierin!
Doch er weist sie ab:
Ich bin nur gekommen zu den Kindern Israels!
Jesus antwortet mit der seit Jahrtausenden alten Sicht seines Volkes,
und sie erschreckt uns!
Aber die Frau, erkennt wohl jenen Menschen,
der auch lange Traditionen brechen kann und will:
Ja, aber doch fressen die Hunde unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder.

Und Jesus lässt sich die Weisheit Gottes von jener Frau zeigen –
und er ist stark und groß genug,
Ihr besseres Argument anzunehmen!
Sich von Ihr verändern zu lassen!

Annehmen wie Christus - heißt auch,
sich von verändern lassen können,
die eigene Meinung aufgeben.

Zuletzt:
4. Es gibt auch eine Seite an ihm,
die Kompromisslos ist und bleibt.

Als er in den Tempel ging,
da fing er an, auszutreiben die Käufer
und Verkäufer im Tempel. Und ließ nicht zu,
dass jemand etwas durch den Tempel trage.
So haben es gestern die Konfirmanden erzählt!

Da ist Jesus etwas heilig!
Und wenn diese Grenzen verletzt werden,
dann ist er auch der, voller Emotion und Zorn.

Dabei ging es ihm nicht um das Gebäude,
sondern darum, dass Menschen dort zu Gott finden sollen,
Denn vor allem war ihm der Mensch heilig.
Deshalb seine harschen Sprüche,
gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten,
wenn sie über seine Jünger,
über die Ungebildeten herziehen,
sie klein machen und verunsichern!

Und ich frage mich,
Was ist eigentlich uns noch heilig?

-Nur die Freiheit,
-der eigenen Wille, der alles darf!
-Die Wirtschaft, die wachsen muss …

Liebe Gemeinde,
es war in der letzten Woche in der Schule.
Ein weinendes Mädchen - schon 16 Jahre – Muslima!
Weil niemand verstanden hat,
wie weh Ihr die Auseinandersetzung und die Verurteilung gegen den Islams und Ihren Propheten tun.

Es hat mich tief getroffen,
so ein Graben zwischen den Menschen!

Wie kommen wir da heraus?
– so schwer ist eine Antwort.
Schwer das Rechte zu sagen!

Ich spüre hier eine Gefahr,
Dass der Westen diesen Wahnsinn des Mordens
so rächen wollen,
indem wir immer mehr auf unser Recht pochen,
und damit immer mehr verletzen wollen!
Und die islamische Welt leidet darunter,
das gelingt uns. 

Aber so gelingt keine Zukunft
Wir werden uns etwas anderes einfallen lassen müssen!

Die Schwächsten leiden, werden aufgehetzt,
und in den Wahnsinn getrieben!

Und dann kann ich mich eigentlich nur an Jesus halten,
sonst werde ich weggeschwemmt!

Nehmt einander an wie Christus euch angenommen hat!
Miteinander reden
Mauern überwinden
Sich im Gespräch verändern lassen
ABER AUCH:
STOP sagen! Grenzen ziehen!
STOP zu Gewalt, natürlich!
Stecke Dein Schwert in die Scheide!
Aber auch, wenn Menschen verletzt werden,
auch dazu ruft uns Jesus auf!

Nur so kann ich es lesen!

Was ich vielleicht selbst nicht in rechte Worte bringen kann,
von einer Holocaustüberlebenden aus Frankreich,
wie sie in diesen Tagen zu Jugendlichen sagte:

Seid vorsichtig vor Menschen, die mit Worten aufwiegeln.
Unsere Generation darf nicht versagen, so was darf nicht geschehen,
Wir dürfen nicht schlecht über Juden reden,
aber auch über Araber und Muslime,
und sollte immer bewusst sein, dass wir alle Menschen sind,
mit all unseren Stärken und Schwächen.

Nur so kann es gelingen.
Es ist eine große Aufgabe,
es braucht viel Geduld,
es braucht Wohlwollen!

Nehmt einander an, wie Christus Euch angenommen hat!

AMEN
 
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Jahreslosung 2014
 
Gott nahe zu sein ist mein Glück! (Psalm 73,28)
 
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Jahreslosung 2013
 
StadtkircheJahreslosung für 2013:

"Denn wir haben hier keine bleibende Stadt,
sondern die zukünftige suchen wir."

Predigt über die Jahreslosung Hebr. 13,14
von unserer Pfarrerin Dr. Ines Knoll

„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt,
sondern die zukünftige suchen wir.“
Mit dieser wunderbaren Jahreslosung hat unser Annus Domini,
unser Jahr des Herrn begonnen.
Es soll unter diesem Wort nun auch enden.
Siegeskränze und die Gebinde der Trauer
Die Buketts der Freude und des Jubels
Den Strauß der gebundenen Erfahrungen,
der glücklichen wie der kummervollen –
alles wollen wir ablegen hier in unserer Kirche,
die uns anvertraute Zeit dem in die Hände geben,
der sie uns geschenkt hat.
Und Danke sagen über allem!
Wie hat es uns doch verwandelt,
was wir erfahren haben durch die Zeit –
das Schöne und das Schwere,
das Leichte und das Belastende
und was uns kam mit Überschwang
und was uns heimsuchte mit Dunkelwucht.
Danke sagen über allem…
Kann ich das,
darf ich das?
Ja,
sage ich mit der Jahreslosung und mit Menschen, die wissen…
Und sage es mit Weihnachten und seiner Rückenstärkung
Es ist die Rückenstärkung eines Geheimnisses, das unter uns wohnt,
das mit uns ist,
das wir zu uns nehmen können, heute wieder
Wegzehrung des Wortes, das Fleisch wird,
Liebe, die sich verkörpert
In der sich die Ewigkeit ereignet
Und wir sind schon dort,
wohin wir gehören.
Es zieht uns ja so oft… 2
Zu dem Ort, da wir nie noch waren,
er scheint aber immer hindurch durch alles,
was ist, was wir versuchen zu sein, zu werden.
Durch die Glücke, die Verheißungen und Versäumnisse –
Ja, dass wir uns einander auch versäumt haben, gehört zu diesem einen Jahr
unseres Lebens.
Eine Klage darüber habe ich bei Rose Ausländer gefunden:
„Zu kurz
Schnee im Haar
komme ich zu dir

lege dir meine Worte
zu Füssen

Du
traurig wie ich
weil der Tag zu kurz
das Jahr zu kurz
das Leben zu kurz

um das vollkommene

JA
zu sagen.“
Wie viele Tränenworte wir doch auch in uns tragen
und die Sehnsucht nach
dem Nieort in schöner fremder Zeit,
in der ich verstanden bin und mir der Mensch vergeben wird,
der ich nicht sein will, die ich nicht sein will.
Heimat finden einmal und endlich
Unendlich.
Ihre Heimat erinnernd, schreibt dieselbe Dichterin:
„Utopia
mein Land
Keines größer
keines schöner
Hier
bin ich geboren
Hier will ich leben 3
Äonenlang“
So ein Zuhause finden
Und ich muss an die gesunkenen Schiffe denken aus den Fluchtmeeren
Und ei Träume der Ertrinkenden
und an die Verfolgten dieser Erde
An die heimlich Gequälten in ihren Familien,
mit ihren unsichtbaren Schlägen und unentdeckbaren Schmerzen
hinter einem stlillen Lächeln
an Menschen, die ihr Lebensglück gefunden haben,
ein wichtiges Examen bestanden haben,
ihre Traumstelle gefunden haben
an genau dem Tag, da ein anderer seine Stelle verloren hat.
Ein Zuhause finden
Für alle, die fragen und suchen und die bewahren möchten, was so schön ist und
unfassbar in der Freude.
Und mir hilft die Jahreslosung.
Es ist mir wohl die liebste, der ich mich erinnern kann:
„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt,
sondern die zukünftige suchen wir.“
Dass das Schwerste, das wir hier erleben, immer das ist,
was nicht das letzte ist,
hat mich je getröstet.
Denn das Letzte
ist ein Mensch,
der im Zenit der Zeiten die Augen aufschlägt
und alles sieht, was geschieht.
Der Sohn der Welt
ist der, in dem uns und der Welt
die rettende Stunde schlägt
Da uns schläget die rettende Stund!
Er ist der Erste und der Letzte und der Lebendige!
Und ich freue mich immer so sehr, dass unser Kanzelgruß
Aus dem Buch der Offenbarung, Kap.1, 4
den Aspekt der Helfenden Zeitlichkeit der ewigen Präsenz des Gottessohnes
so zum Ausdruck bringt:
Dass nämlich die Gnade und der Friede Gottes
Jetzt immer anwesend ist.
In meinem jeweilgen Jetzt.
Heute und gestern und morgen und immer!
„Gnade sei mit Euch und Friede
von dem der da ist
und der da war
und der da kommt“
Und noch ein Wort hat mir geholfen, 4
es war mir begegnet beim Blättern durch ein kleines Buch:
„Wenn schon die Illusionen bei den Menschen
eine so große Macht haben,
dass sie das Leben in Gang halten können –
wie groß ist dann erst die Macht,
die eine begründete Hoffnung hat?
Deshalb ist es keine Schande, zu hoffen,
grenzenlos zu hoffen!“
Dietrich Bonhoeffer
Und das will ich tun,
das wollen wir doch tun
Du und ich
Auf unsrem Weg von einem Jahr Gottes in das andere.
So seist Du geseget
Mit allem
Was ist,
was war
und was kommt!
Amen.
 
 
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